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Vier gewinnt? Arbeitszeitmodelle neu gedacht

Vier gewinnt – Vier Tagewoche?
Das klassische Brettspiel, wer kennt es nicht aus seiner Kindheit. Es wurde in einem senkrecht stehenden hohlen Spielbrett gespielt. Das Spielbrett bestand aus sieben Spalten (senkrecht) und sechs Reihen (waagrecht). Jeder Spieler besaß 21 gleichfarbige Spielsteine und der Gewinner des Spiels war, wer es als erster geschafft hatte, vier seiner Spielsteine waagerecht, senkrecht oder diagonal in eine Linie zu bringen.

Aber ist es tatsächlich immer der Fall, dass Vier gewinnt? Eine 4 Tagewoche wird uns derzeit in den Medien durch die Bank weg propagiert. 4 sei das neue 5. Weniger zu arbeiten bei steigenden Lebenshaltungskosten sei modern. Weniger zu arbeiten bei steigendem Fachkräftemangel und sinkender Zahl der Erwerbstätigen. Weniger zu Arbeiten und dadurch mehr Wohlstand für sich und seine Liebenden zu erzielen oder diesen dadurch erhalten? Ist das möglich?

Ich stelle mal die Gegenfrage: Haben sie schon einmal versucht Vier gewinnt mit weniger als 21 Spielsteinen zu spielen als ihr Spielgegner? Ich sage, es ist möglich, aber nicht immer und bedingungslos. Es bedarf in jedem Fall einer wesentlich besseren “Spiel-Strategie“ als der ihres Gegenspielers.

Die grundsätzliche Einführung einer 4-Tagewoche in Unternehmen halte ich schlichtweg für den falschen Weg. Es ist mir keine Gemeinschaft dieser Welt bekannt, welche durch weniger Einsatz, weniger Engagement, weniger Arbeit ihren Wohlstand erhalten oder verbessern konnte und somit erfolgreicher wurde oder blieb.

Verstehen sie mich nicht falsch. Ich bin kein Freund von 50 Stundenwochen. Ich bin ein Freund von flexiblen Arbeitszeitmodellen. Mitarbeitende, die den Wunsch haben ihre wöchentliche Arbeitszeit zu reduzieren sollen dies tun dürfen. Man nennt dies Teilzeit oder Brückenteilzeit und der Gesetzgeber hat hier in Deutschland bereits einiges dazu getan in den letzten Jahren, dass Mitarbeitenden einen entsprechenden Anspruch hierauf haben. Und das ist auch gut so.

Eine Arbeitszeitreduzierung oder Auszeit für die Pflege der Eltern, für eine intensive Betreuung von Kindern oder kranker Familienangehöriger sowie der Wunsch nach einer privaten Fort- und Weiterbildung – all diese besonderen Lebensumstände lassen sich dank flexibler Arbeitszeitmodelle mit dem Job in Einklang bringen. Mehr Verständnis für Individualität und Flexibilität auf Arbeitgeberseite ist gefragt und nicht ein Gießkannenprinzip. Schließlich lassen sich private Lebensumstände nicht planen und eine hohe Flexibilität des Arbeitgebers kann gerade in solchen Situationen für Rückhalt und Sicherheit sorgen.

Die Einführung Lebensphasenorientierter Arbeitszeitmodelle ist die Lösung. Mitarbeitenden soll es möglich sein ihre wöchentliche Arbeitszeit in Abstimmung mit den Betrieblichen Belangen und Ihren privaten Verhältnissen noch besser in Einklang bringen.

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Gruß

David Guy

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